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INHALT

Aus dem Inhalt:

Schwanger mit Drillingen: Befinden und Verhalten, Diagnostik, der Fetozid, Eiigkeit, Vorbereitungen, notwendige Ausstattung, Wahl der Klinik, normale Beschwerden, Alarmzeichen, Finanzen, Hilfsquellen ...
Die Geburt: Drillingsgeburten im neuen Jahrtausend, Pendeln zwischen Zuhause und Intensivstation, Kinder im Grenzbereich, Abschied nehmen und Erinnern ....
Der Alltag zu Hause: Stillen, Kinderwagen, Haushaltshilfe?, Zeitplan, die Rolle des Vaters, Unfälle verhüten, Baden und Pflegen, Geschrei, Koliken, Geschwister, Sorgen- und Förderkinder, Baby-Blues, Partnerschaft, Medien, öffentliche Neugierde ....
Leben mit Ein- bis Dreijährigen: Die Sprachentwicklung, Sauberkeit, Kindergarten, Besonderheiten der Dreiergruppen ..
Vom Vorschul- bis ins Jugendalter: Die Einschulung - zusammen oder getrennt?, Individualität und Anpassung, Aufregung um Teenies ....
Service-Teil: Literaturverzeichnis, wichtige Adressen, Stichwortregister



 
Aus dem Kapitel: Erste Fragen und Antworten

Aus dem Kapitel: Erste Fragen und Antworten

 

„….. 
 Warum haben die Mehrlingsgeburten in den letzten Jahren so enorm zugenommen?

Hauptursache: Kinderwunschbehandlungen, vor allem die Künstliche Befruchtung (IVF = In-Vitro-Fertilisation, ICSI = Intra-Cytoplasmatische Spermieninjektion). Durch den Transfer von drei Embryonen soll eine realistische Chance auf ein Kind gegeben werden. Das Embryonenschutzgesetz (ESG) erlaubt dieses Vorgehen. Die behandelten Paare wissen, dass es hierbei in der Mehrzahl zur Einlings-, Zwillings- oder zu gar keiner Schwangerschaft kommt. Sie wissen aber ebenso, dass sich dadurch eine Drillingsschwangerschaft entwickeln kann. Alles ist möglich!

Auch ‘einfache’ Hormonbehandlungen (mit Tabletten und Spritzen) führen immer wieder zu Mehrlingsschwangerschaften. Jeder Arzt darf Medikamente zur Auslösung eines Eisprungs oder ‘nur’ zur Zyklus-Regulierung verschreiben. Dabei - wie auch in spezialisierten Kinderwunschzentren - kommt es vor, dass eine Frau mit zu vielen Eisprüngen reagiert. Wenn dann das Paar entgegen dem Rat der Ärzte zusammen schläft, kommt es zur höhergradigen Mehrlingsschwangerschaft.

Der zweite Grund: Die erheblich gestiegenen Überlebenschancen für alle Frühgeborenen, auch für kleinste, extrem Frühgeborene dank der erfreulichen Fortschritte in der Pränatal- und Geburtsmedizin und in der Neonatologie.

 

   Was müsste getan werden, um höhergradige Mehrlingsschwangerschaften als Folge von Sterilitätsbehandlungen zu vermeiden?

Kinderwunschbehandlungen gehören in die Hände von Spezialisten. Um bei der künstlichen Befruchtung eine Mehrlingsschwangerschaft sicher zu vermeiden, dürfte nur ein lebenskräftiger Embryo in die Gebärmutter eingesetzt werden. So wird es in Skandinavien und anderen europäischen Ländern mit 35 bis 40 Prozent Erfolg pro Versuch praktiziert. Dazu gehört jedoch, die Zellen im Glas nach der Befruchtung bis zum Blastocysten-Stadium mikroskopisch zu beurteilen.

Diese Methode ist den IVF-Spezialisten in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz (ESG) verboten. Dadurch haben die Ärzte keine Möglichkeit, den Embryo zu entdecken, der gute Chancen hat, sich einzunisten. Solange das ESG nicht geändert wird, muss also mit einer weiteren Zunahme von Drillingsschwangerschaften in Deutschland oder mit einem ‘Behandlungstourismus’ in Nachbarländer gerechnet werden.

 Warum gibt es so wenig Literatur über Drillinge - im Gegensatz zur Zwillingsliteratur?

Während die Zwillingsforschung schon vor über 100 Jahren von Sir Francis Galton (1822-1911) begründet wurde, hat die ‘Drillingsforschung’ erst begonnen. Drillinge konnte man bis 1983 nur sehr selten finden. Die wissenschaftliche Literatur bezog sich bisher meistens auf Schwangerschaft und Geburt von Drillingen - und auf die Entwicklung der frühgeborenen Mehrlinge. Eine Dissertation über die psychosoziale Situation der Drillingsmütter (Jäger) - und eine Diplomarbeit aus heilpädagogischer Sicht (Felber - Suter) sind außerdem entstanden. Arbeiten über das Dreiergruppen-Phänomen - gegenüber der Zwillingspaar-Situation - stehen noch aus. Der Datenschutz verhindert, eine größere Anzahl aller zehn Kombinationen von Drillings-Sets zusammen zu bekommen, um Vergleichsgruppen aufzustellen, Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und Zufälle ausschließen zu können.

 

Die Bemühungen des ABC-Clubs, der durch freiwillige Angaben der Mehrlingsmütter ein eigenes Datenarchiv aufgebaut hat, sind deshalb von unschätzbarem Wert.……“

 

Aus dem Kapitel Bilanz und Ausblick:

„ ……… Drillingsschwangerschaften sind mit vielen Gefahren verbunden, deshalb sollten sie nicht künstlich hervorgerufen werden

Trotz medizinischen Fortschritts sind und bleiben die Risiken bei Drillingsschwangerschaften für Mutter und Kinder höher als bei Zwillingsschwangerschaften. Kein Arzt kann voraussehen, wie der Körper einer bestimmten Frau auf eine Drillingsschwangerschaft reagieren wird, vor allem, wenn es ihre erste Schwangerschaft ist. Deshalb: Nein! zum Transfer von drei Embryonen bei IVF - trotz aller Begeisterung für Drillinge. Zwei Embryonen sind genug! Verlasst euch nicht auf Statistiken, sondern auf die Erfahrungen der Mehrlingsmütter im ABC-Club! Dazu gehört auch, dass immer wieder Frauen ihre ganze Drillingsschwangerschaft früh verlieren - oder nach sehr früher Geburt Behinderungen bei Kindern zurückbleiben.

 Wer sich trotz der Warnungen um einer vermeintlich höheren Erfolgschance willen (für ein Kind!)drei Embryonen transferieren lassen möchte, sollte sich vorher durch folgende Fragen ernsthaft prüfen:

Bin ich bereit, das Risiko einer Drillingsschwangerschaft - auch mit evtl. ungünstigem Ausgang - auf mich zu nehmen? Sind wir als Paar stabil genug, die ungeheure Arbeitsbelastung der ersten Jahre nach der Geburt zu tragen? Würde ich damit fertig werden, wenn meine Beziehung daran scheitern sollte? Werde ich damit fertig, meine Berufstätigkeit für die Kinder über längere Zeit aufzugeben? Werde ich damit fertig, meine persönlichen Interessen für Jahre zurückzustellen, eine ‘Durststrecke’ auszuhalten? Könnte ich mit eventuellen Behinderungen eines oder mehrerer Kinder leben? Könnte das mein Partner? Hätte ich die nötige familiäre Unterstützung? Könnten wir allein genügend Haushaltshilfe finanzieren? Könnten wir eine größere Wohnung, Auto, Lebenshaltung usw. von einem Gehalt finanzieren? Wie würde ich auf die teilweise sehr ablehnende Haltung der Mitmenschen reagieren? (Diese Fragen stellte eine junge Frau)

 

Wovon hängt es ab, wie eine Frau mit Drillingen fertig wird?

-          Von  der eigenen und der Kinder Gesundheit - und ob noch andere Kinder da sind       

-          Von ihrer Persönlichkeit, ihrer praktischen Begabung, ihrer inneren Einstellung, ihrem ‘Nervenkostüm’

-          Von der Partnerschaft

-          Von den wirtschaftlichen Verhältnissen, ob diese eine Finanzierung von ausreichender Hilfe erlauben!!!

 

 

Ohne Änderungen auf politischer Ebene geht es nicht

Die Situation für Mütter und Kinder ließe sich erheblich verbessern - und enorme Kosten könnten gespart werden, wenn einige Gesetze geändert würden.

Dazu gehört die unbedingt notwendige Neufassung des Embryonenschutzgesetzes (ESG) unter Einbeziehung des §218, der Pränatal- und der Präimplantationsdiagnostik. Das Ziel und die möglichen Folgen einer solchen Änderung wären: Weniger Leid durch Fehl- und Frühgeburten mit Behinderungsfolgen. Eindämmung der Teil- und Spätabtreibungen, mehr Erfolg bei IVF durch Einsetzen nur eines, höchstens zweier Embryos.

 Siehe Kapitel „Erste und allgemeine Fragen, kurze Antworten.

Allgemein sollten für Frauen Möglichkeiten geschaffen werden, lange Ausbildungen, Studiengänge und Berufstätigkeiten zugunsten einer früheren Familienphase zu unterbrechen (auf Eis zu legen) - um sie später regulär wieder aufzunehmen. Das heißt, angefangene Ausbildungen/Studiengänge sollten angerechnet werden. Frauen könnten dann ihre Familienplanung im biologisch günstigen Alter leichter verwirklichen. Viele Komplikationen mit dem Kinderkriegen samt Kosten würden wegfallen!

Mütter möchten seelisch gesunde, glückliche und selbstbewusste Kinder großziehen, gleichzeitig ein eigenes Leben haben und irgendwann wieder berufstätig sein. Das sind  Konflikte, die Frauen nicht allein lösen können. Eine Gesellschaft wie unsere müsste es aber schaffen, auf politischer Ebene die Weichen für Lösungen zu stellen. Die Arbeit der Mütter sollte wie ein Beruf anerkannt und durch Elternschulung gefördert werden. Andernfalls wird  es nur noch mehr Geburtenstreik geben...“

 




 

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